Die Standortsuche

Bereits vor unserem Besuch an der Carpigiani Gelato University haben wir mit der Suche nach einem geeigneten Standort für unser Eislabor bzw. einer Produktionsküche Ausschau gehalten. Wir hatten auch einen super tollen Gewerberaum in Aussicht. Aber es kam alles anders als gedacht.

Der Raum befand sich etwa 8 Minuten von unserem Zuhause entfernt an einem sehr idyllischen, eher abgelegenen Ort. Die ca. 70 m2 hätten Platz für die Gelatoküche und auch das Lager gehabt. Also eigentlich ideal oder? Der Eigentümer meinte, dass unser Vorhaben ohne Probleme umsetzbar sei und er über alle Bewilligungen verfüge. Das klang für uns super und doch wurden wir etwas stutzig. Kann es wirklich so einfach sein? Beim ersten Anruf auf die Gemeindeverwaltung wurde uns dann mitgeteilt, dass für dieses Gebäude eine Auflage des Amtes für Umweltschutz in Bearbeitung sei. Wir sollten 2 Wochen später nochmals anrufen. In der Zwischenzeit hatten wir Kontakt mit dem Labor der Urkantone bezüglich Vorgaben für den Raum und Hygienevorschriften.

Vorgaben des Labors der Urkantone (Kanton Schwyz)

Der Lebensmittelinspektor, welcher mich am Telefon beraten hat, war wirklich äusserst freundlich. Ich habe ihm erklärt, dass die Vorschriften, die man im Internet so findet wirklich sehr schwierig zu verstehen seien und ich froh wäre, wenn er mir kurz und knackig sagen könnte, worauf wir achten müssen. Dies hat er dann getan:

  • Der Raum muss gut belüftet sein durch eine natürliche Belüftung oder durch einen Abzug
  • Eine Toilette für Mitarbeitende muss im Gebäude, jedoch nicht im selben Raum wie die Küche, vorhanden sein
  • Die Wände müssen glatt, hart und wasserundurchlässig sein. Es dürfen keine toxischen Materialien verwendet werden. Fliessen würden sich eignen
  • Der Raum darf kein Durchgangsraum sein
  • Man braucht Warm- und Kaltwasser, das Wasser muss Trinkwasser sein
  • Idealerweise sind zwei Spühlbecken vorhanden

Anforderungen Amt für Umweltschutz

Auch das Amt für Umweltschutz hat bei Gewerberäumen gewisse Anforderungen. So wurde uns gesagt, dass wir keine giftigen, ölhaltigen Flüssikeiten verwenden dürfen, wenn diese ungefiltert in die Kanalisation fliessen. Glücklicherweise ist dies bei uns nicht der Fall. Selbstverständlich dürfen wir nur mit Lebensmittelverträglichen Reinigunsmitteln und Zutaten arbeiten. Hier konnten wir also schnell einen grünen Hacken setzen 🙂

Nach den genannten zwei Wochen haben wir uns wieder bei der Gemeindeverwaltung gemeldet und wurden weiterverbunden an den Projektbegleiter dieses Gewerbeobjektes. Was wir von Ihm erfahren haben, war einfach haarsträubend. Das Gebäude wurde noch nicht durch die nötigen kantonalem Stellen abgenommen und dürfte so gar nicht betrieben werden. Zudem befindet sich das Gebäude in einer Hochrisikozone für Schlammlawinen. Damit verbunden hat der Eigentümer Auflagen bekommen. Diese hat er bis heute nicht eingehalten. Das daraus nichts wird, damit können wir leben. Wir haben aber Mühe mit der Art und Weise wie dieser Mensch mit den Sicherheitsaspekten umgeht. Alle Anforderungen, die bestehen dienen der Sicherheit der Hallennutzer und dies wird einfach ignoriert. Für uns mehr als unverständlich!

Somit sind wir wieder auf der Suche nach einem geeigneten Räumlichkeiten für unser Eislabor. Solltest Du uns einen Raum mit ca. 20 m2 vermieten können, lass es uns wissen. Für jeden Hinweis danken wir Dir recht herzlich!

Update Aug-2019: Meistens kommt es dann doch anders als man denkt. Während unserer Suche nach einer geeigneten Produktionsstätte sind wir vor den Sommerferien auf ein kleines Lokal in Bäch am Zürichsee gestossen. Wir haben nicht lange überlegt und zugeschlagen. Die Herausforderung? Das Lokal bietet nicht nur eine Produktionsstätte, sondern ist zugleich ein Café und ein Verkaufsraum für unsere hausgemachte Gelati. So kam es, dass wir am 31-August-2019 unsere erste Gelateria eröffnet haben:  das Eiszeit Gelato e Caffè.

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